Stolpersteinverlegung im Rahmen von 30 Jahre Haus der Kirche
Im Rahmen der Festwoche anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Hauses der Kirche verlegte die Initiative „Gedenken in Harburg“ am Dienstag, dem 12. Juni am Harburger Ring 13 Stolpersteine für Harburgerinnen und Harburger, die im System des NS-Regimes ermordet wurden.
Begleitet wurde die Verlegung der Stolpersteine von einer Gedenkveranstaltung, in der an die Leidenswege der Ermordeten erinnert wurde. Fast die Hälfte von ihnen waren Menschen, die in einer Harburger Behinderteneinrichtung gelebt hatten.
Indem die Biografien der Toten bekannt gemacht werden und ihre Namen auf den Stolpersteinen dauerhaft in der Öffentlichkeit erhalten bleiben, wird die Erinnerung an sie als Menschen wachgehalten, als Menschen, die vor ihrem gewaltsamen Tod unvorstellbares Leid erlitten haben, weil das NS-Regime ihnen ihre Menschenwürde aberkannt hatte.
Theo Christiansen, Leiter von Diakonie + Bildung, erinnerte in seiner Rede während der Gedenkveranstaltung im Speziellen an Ernst Mammen, einen Mensch mit geistiger Behinderung, und führte aus, warum auch in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen Menschen dem Tod ausgeliefert werden konnten. Er schloss mit folgenden Worten: „Gott selbst hat keine Ohren, um zu hören, nur unsere Ohren. Gott selbst hat auch keinen Mund zu sprechen, sondern nur unseren Mund. Und Gott hat auch keine eigenen Hände, um einzuschreiten oder zu helfen, sondern nur unsere Hände. Gott begegnet Menschen also in anderen Menschen, in dieser Begegnung kann er wirksam werden. Und er wird auch wirksam darin, dass wir uns erinnern und nicht vergessen, wie heute mit der Enthüllung des Stolpersteins für Ernst Mammen.“
Lesen Sie den vollständigen Text der Rede von Theo Christiansen hier.

